Rupperswil: Auenlandschaft, Industriegeschichte und Dorfmuseum
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Foto: Norbert Suter via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Rupperswil lässt sich über zwei besonders konkrete Seiten kennenlernen: die renaturierte Auenlandschaft an der Aare und eine vielschichtige Dorf- und Industriegeschichte. Zwischen Wildegg und Rupperswil erstreckt sich entlang der Aare eine sorgfältig renaturierte Auenlandschaft, die sich für Wanderungen und Velotouren mit einem erfrischenden Badestopp eignet.
Natur
Bei Rupperswil wurde die Flusslandschaft durch ein Renaturierungsprojekt mit neuen Seitenarmen zu einer Auenlandschaft umgestaltet. Das Auengebiet Aarau-Wildegg umfasst 270 ha und enthält nach der Renaturierung wieder alle auentypischen Elemente und Lebensräume. Das Naturwaldreservat Oberer Fahrschachen in Rupperswil ist Teil des Auenschutzparks Aargau. Informationstafeln beim Naturwaldreservat geben Einblick in die entlang der Aare zwischen Aarau und Wildegg durchgeführten Aufwertungsmassnahmen. Der Auenschutzpark Rupperswil ist jederzeit frei zugänglich.
Wege und Wasser
Mehrere Plätze verbinden die Auenlandschaft mit einfachen Freizeitorten. Der Brötliplatz im Auenschutzpark Rupperswil befindet sich an einem Seitenarm der Aare im Bereich des früheren Fussballplatzes. Der Spiel- und Brötliplatz «Füllere» liegt am westlichen Ende des Höhenwegs am Waldrand. Der Spiel- und Brötliplatz im Stockert befindet sich in unmittelbarer Nähe des Waldhauses und des Fussballplatzes.
Für den Brötliplatz führt vom Parkplatz bei der Holzbrücke ein Waldweg in rund zehn Gehminuten zum Ziel. Die Parkplätze für den Spiel- und Brötliplatz im Stockert liegen bei der Verzweigung Schweizistrasse / Alter Schulweg und sind etwa zehn Gehminuten entfernt. Die unterschiedlichen Ortsbezüge und ungefähren Gehzeiten helfen Ihnen, Wege nach Schwerpunkt und Aufwand zu vergleichen.
Das Freibad Rupperswil-Auenstein verfügt über ein 50-m-Schwimmbecken mit einer Sprungturmbucht sowie über ein Kinderplanschbecken. Das beheizte Freibad liegt zwischen der Aare und dem Jurasüdfuss, wird auf etwa 25 °C erwärmt und besitzt eine grosse Liegewiese mit Sport- und Spielmöglichkeiten.
Anreise
Ab dem Bahnhof Rupperswil verkehren SBB-Züge in Richtung Aarau, Wildegg und Lenzburg. Der Regionalbus Lenzburg fährt ebenfalls ab dem Bahnhof Rupperswil in Richtung Hunzenschwil und bedient zusätzlich die Haltestelle am Haldenweg. Ergänzend können Sie die Ortsseiten von Hunzenschwil, Othmarsingen, Meisterschwanden, Seengen, Holderbank, Lenzburg und Möriken-Wildegg aufrufen.
Kultur und Geschichte
Die reformierte Pfarrkirche Rupperswil wurde 1921/22 nach Plänen der Basler Architekten Ernst Benedikt und Paul Vischer im neubarocken Stil errichtet. Sie ersetzte ein abgebrochenes mittelalterliches Gotteshaus. In der Kirche befinden sich drei grosse Chorfenster aus dem Jahr 1938 mit den Massen 345 × 130 cm, geschaffen von Felix Hoffmann (1911–1975). Dargestellt sind eine Kreuzigung, die Verleugnung Petri und eine Fusswaschung der Sünderin. Die Kirche Rupperswil gehört zusammen mit der Stadtkirche Aarau, der Kirche auf dem Kirchberg sowie den Kirchen in Buchs und Suhr zum «Felix Hoffmann-Weg» der Reformierten Landeskirche Aargau.
Die 1837 errichtete Alte Spinnerei ist der Gründungsbau der Rupperswiler Textilfabrik Richner, später Bebié und Steiner. Mit ihren klassizistisch-nüchternen Fassaden repräsentiert sie den frühen Fabrikbau im Aargau. Das Wasserrad der Alten Spinnerei sollte eine mechanische Baumwollweberei antreiben, die in der Aareebene über einen Zuleitungskanal betrieben werden sollte. Die Alte Spinnerei wurde zu Wohn- und Dienstleistungszwecken umgenutzt, wobei wesentliche Teile der Anlage erhalten und für die Zukunft gesichert werden konnten.
Das Kosthaus am Aarekanal wurde 1867 als Arbeiterunterkunft errichtet. Als spätklassizistischer Mauerbau besitzt es einen hohen industrie- und sozialgeschichtlichen Zeugenwert. Mit seinem intakten äusseren Erscheinungsbild, der vollständig erhaltenen inneren Raumordnung und wesentlichen Teilen der historischen Ausstattung gehört es zu den besterhaltenen Kosthäusern auf Aargauer Boden. Die Villa Steiner ist ein spätklassizistisches Herrenhaus von 1856 mit Tafelparkettböden aus der Erbauungszeit, aufwendigen historischen Interieurs und einem südseitigen Ziergarten. Der noch erhaltene Villengarten sollte mit der vorliegenden Nutzungsplanung unter Schutz gestellt werden.
Das Dorfmuseum Rupperswil wurde 1984 im Wiederkehr-Haus eingerichtet, einem im frühen 18. Jahrhundert errichteten, strohgedeckten bäuerlichen Vielzweckbau. Die angestammte Raumordnung des Hauses ist im Museum vollständig erhalten. Seine umfangreiche Ausstattung stammt teils aus dem Wiederkehr-Haus selbst und teils von andernorts; sie vermittelt ein anschauliches Bild der ländlich-bäuerlichen Wohnkultur. Ein Zeitstrahl ordnet die wichtigsten Daten der Dorfgeschichte in den Zusammenhang der Schweizer Geschichte und des Weltgeschehens ein.
Rupperswil verfügt über einen historischen Rundgang zur Zeitgeschichte des Ortes. Für Rupperswil war ein historischer Rundgang mit Informationstafeln an zwölf Standorten vorgesehen, die im März 2023 aufgestellt werden sollten.
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