Imboden zwischen Rheinauen, Schluchten und Seen

File:Imboden from Crest dil Cut.jpg File:Imboden from Crest dil Cut.jpg Foto: Capricorn4049 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Imboden ist eine Verwaltungseinheit des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Region umfasst 203,80 km² und reicht von 556 bis 3247 Metern über Meer. Imboden gilt als Region mit alpinen Landschaften, vielfältigen Ökosystemen, geologischen Formationen und tiefen Schluchten.

Landschaft

Die Rhäzünser Rheinauen gehören zu den intaktesten Auenlandschaften der Schweiz und sind von nationaler Bedeutung. Im weiteren Umfeld von Imboden liegen Seen wie der Crestasee und der Caumasee sowie Flusszusammenflüsse und Wasserfälle.

Der untere Segnesboden, auch Plaun Segnas Sut genannt, wurde 1996 in das nationale Inventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und Bedeutung aufgenommen. Das Martinsloch ist eine natürliche Öffnung in der Felswand, die 19 Meter breit und 22 Meter hoch ist.

Die Rheinschlucht bietet Lebensraum für seltene Pflanzen, darunter verschiedene Orchideen, sowie für seltene Tiere, vor allem Vögel, Schmetterlinge und Fledermäuse. Die Weihermühle ist als Flachmoor von nationaler Bedeutung eingestuft. Dort leben unter anderem Haselmäuse, zahlreiche Orchideenarten und Sonnentau, eine einheimische fleischfressende Pflanze.

Wasser

Der Crestasee ist ein geschütztes Naturdenkmal von regionaler Bedeutung im Kanton Graubünden. Am See können Ruderboote ausgeliehen und Stand-up-Paddling betrieben werden; erreichbar ist er ausschließlich zu Fuß.

Am Caumasee gibt es Pedalboote, Stand-up-Paddling, ein Volleyballfeld, einen Sandkasten und einen Spielplatz. Der Lag Bonaduz wird in den Sommermonaten zum Badesee; über einen Holzsteg gelangt man ins Wasser.

Nach der Schneeschmelze füllen sich auf der Alp Mora rund 20 Strudeltöpfe mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser und laden in den Sommermonaten zum Baden ein. Die Zufahrt zur Alp Mora ist für den privaten Verkehr gesperrt; im Juli und August fährt ein Bus von Trin nach Purcs.

Wandern und Bergwege

Der Originalabschnitt Segnes–Flims des Trutg dil Flem ist 8,6 Kilometer lang. Im Frühjahr 2014 erhielt der Trutg dil Flem den Hauptpreis des Prix Rando des Schweizerischen Wanderwege-Verbands.

In Flims, einer Gemeinde der Region Imboden, umfasst das sommerliche Besucherangebot ein ausgebautes Bike- und Wanderwegnetz. Der Rundweg beginnt in Flims Waldhaus am Caumasee, führt etwa 15 Minuten durch den Wald und kommt am Bähnli vorbei, das zum Eingang des Caumasees hinunterfährt.

Auf der Route Rheinschlucht Hängebrücke – Ruine Wackenau überquert man den Rhein über die 100 Meter lange Hängebrücke Punt Ruinaulta. Im Gebiet der Route Felsberger Älpli – Kunkelspass können mit etwas Glück Steinböcke und Gämsen in freier Natur beobachtet werden.

Imboden bietet Bergtouren durch alpines Gelände, darunter hoch gelegene Wege sowie Gebiete mit markanten Gipfeln und tiefen Schluchten. Für Imboden führen Gravel-Bike-Touren durch die Rheinschlucht und über Alpenpässe. Unterschiedliche Streckenlängen und Gehzeiten geben Ihnen eine sachliche Vergleichsgrundlage für die Tagesplanung.

Das UNESCO-Weltnaturerbe TektonikArena Sardona ist von Flims aus direkt mit der Bahn erreichbar und kann ab dem Segnesboden entlang eines Wanderwegs erkundet werden. Das GeoGuide-Sardona-Angebot umfasst eine buchbare geführte Wanderung mit einer Wanderzeit von 1½ bis 2 Stunden.

Die 3,2 Kilometer lange Connbächli-Route führt bis Conn; dafür ist etwa eine Stunde einzuplanen.

Unterwegs

Die Rheinschlucht lässt sich mit Zug und Bus erkunden: Die Rhätische Bahn fährt durch die Ruinaulta nahe am Wasser, und das Postauto erreicht die Dörfer oberhalb sowie Ziele in der Schlucht.

Eine Schlauchbootfahrt durch die Ruinaulta führt von Ilanz nach Reichenau. Die Aussichtsplattform ist von Versam Dorf oder der Trin Station aus in etwa 1,5 Stunden zu Fuß erreichbar. Der Aufstieg ist teilweise exponiert und erfordert Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit; die Plattform ist von Mai bis Oktober zugänglich.

Kultur und Genuss

Das 6 Kilometer lange Connbächli wurde seit dem Frühmittelalter zum Tränken des Viehs in Conn genutzt und gilt weiterhin als Kulturgut der Gemeinde Flims.

Sogn Paul ist eine mittelalterliche Kirche; ihr Inneres bewahrt Freskenreste des Waltensburger Meisters und einer Werkstatt des internationalen gotischen Stils. Schloss Rhäzüns wurde erstmals 1288 erwähnt und ist nicht öffentlich zugänglich.

Die Kultur- und Genussroute Churer Rheintal führt durch Felsberg und Tamins bis zum Zusammenfluss des Rheins bei Reichenau und anschließend auf das Hochplateau der Gemeinden Bonaduz und Rhäzüns. Der Kulinarik-Trail Wald & Wasser ist ein Wandererlebnis, das drei Lokale miteinander verbindet.

Orte

Zur Region Imboden gehören die Gemeinden Bonaduz, Domat/Ems, Rhäzüns, Felsberg, Flims, Tamins und Trin.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Graubünden.

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