Maloja: Natur, Kultur und Wege am Malojapass
Upper Engadine, Maloja, Grisons, Switzerland
Foto: Photochrom Print Collection via Wikimedia Commons, Public domain
Maloja liegt am Malojapass und verbindet das Engadin mit dem Bergell. Als Passdorf ist der Ort von Bergen, Seen und Wäldern umgeben. Zugleich bildet Maloja die politische, geografische und sprachliche Grenze zwischen Engadin und Bergell. In Maloja werden Italienisch und Bregagliot gesprochen.
Der Engadin Bus verbindet Maloja mit Cinuos-chel; rund 30 Fahrzeuge verbinden außerdem St. Moritz mit Lagalb.
Natur zwischen Mooren, Gletschermühlen und Gipfeln
Das Schutzgebiet Gletschertöpfe bei Maloja umfasst 36 große und kleine Gletschertöpfe sowie Hochmoore von nationaler Bedeutung. Dazu gehört ein gut begehbarer Rundweg; der Weg vom Dorf bis zum Turm ist mit einem Kinderwagen befahrbar. Das Moor Palü Marcia besitzt bis zu 8 m dicke Torfschichten und gehört zu den letzten alten Mooren im Alpenbogen.
Im nahe gelegenen Gebiet um Maloja treffen das Engadiner Hochplateau und das Bergelltal aufeinander. Die Landschaft umfasst Lärchenwälder, Wiesen, alpine Bereiche, Granitgipfel und Gletscher. Dort gibt es den Rundweg Maloja–Lägh da Cavloc, der als 6,6 Meilen beziehungsweise 10,6 km lang gilt. Die dreifache Wasserscheide am Pass Lunghin ist von Maloja aus über eine etwa zweistündige Wanderung erreichbar.
Das nur im Sommer geöffnete Restaurant Cavloc bietet lokale Spezialitäten an. Der Klettergarten an der Hütte im Val Forno bietet viele leichte bis mittelschwere Routen.
See, Pass und Wintersport
Der Silsersee bei Maloja lädt im Sommer zum Baden, zu Bootsfahrten und zum Stand-up-Paddling ein. Im Winter kann der See bei ausreichender Eisdicke zum Schlittschuhlaufen genutzt werden. Der Malojapass bietet Panoramawege sowie vielfältige Möglichkeiten zum Radfahren und Wandern mit Blick auf Gletscher und Wasserfälle.
Die ersten beiden Etappen des Inn-Radwegs führen von Maloja im Oberengadin bis Zernez. Für Ihre Planung lassen sich kurze Spaziergänge, etwa zweistündige Wanderungen und mehrtägige Wege dadurch als unterschiedliche Streckenformate betrachten.
Zum Skigebiet Maloja Aela gehören ein Tellerlift, ein Ponylift und eine Snowtubinganlage. Der Skilift Aela führt von Maloja auf 1.817 m ü. M. zum kleinen Gipfel auf 2.100 m. Die Snowtubing-Anlage Maloja verfügt über eine eigens angelegte Piste; ein Lift zieht die Fahrer mit ihren Reifen am Ende der Strecke wieder nach oben. Maloja ist außerdem der Startort des Engadin Skimarathons über 21 oder 42 km. Silvaplana und Zuoz werden der Region Maloja unter anderem als Skigebiete zugeordnet.
Weitere Ortsseiten im regionalen Überblick sind Samaden, La Punt-Chamues-Ch, Pontresina, St. Moritz, Zuoz, Samedan, Celerina/Schlarigna, Bever, Silvaplana, Surlej, S-Chanf, Madulain, Soglio Gr, Sils/Segl Baselgia, Castasegna, Bondo Gr, Stampa, Casaccia, Bregaglia und Sils im Engadin.
Kultur und Geschichte am Weg
Der Turm Belvedere beherbergt eine Dauerausstellung von Pro Natura mit dem Titel „Die Landschaftsgeschichte Malojas: Geologie, Flora und Fauna, der Mensch“. Ein Lehrpfad mit Schautafeln bei den Gletschermühlen erklärt das Phänomen der Gletschermühlen und weist auf die besondere Flora des Ortes hin.
Das Atelier Segantini befindet sich in Maloja, wo Giovanni Segantini und seine Familie von 1894 bis zu seinem Tod lebten. Es ist eine von Giovanni Segantini entworfene hölzerne Nachbildung des Engadiner Pavillons der Pariser Weltausstellung von 1900.
Der Sentiero Segantini ist ein etwa zweistündiger Spaziergang in 14 Etappen; Schautafeln dokumentieren das Leben und Werk des Künstlers Giovanni Segantini. Der Weg beginnt am Segantini-Atelier, führt zum Torre Belvedere und zu den Gletschermühlen, steigt über Blaunca zum Silsersee hinab und endet am Friedhof der Familie.
Während der Sommersaison finden in der Chiesa Bianca Ausstellungen, Konzerte und Feste statt. Die Chiesa Bianca wurde 1884 erbaut, dem Heiligen Gaudenz gewidmet und ist Teil des Ensembles aus Maloja Palace, Schweizerhaus und Belvedere.
Der Schmugglerweg „Percorso dei Contrabbandieri – Capel“ ist eine etwa 1,5-stündige Wanderung von Maloja in südlicher Richtung zum Lägh da Bitabergh. Seine 17 Stationen geben Einblicke in das Leben und die Abenteuer der Schmuggler und greifen die historische Bedeutung des Schmuggels als Erwerbsquelle der Bevölkerung vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert auf.
Auf dem Wanderweg von Maloja nach Casaccia befindet sich am Malögin eine etwa 8 m lange Felsstufe mit Überbleibseln römischer Karrenspuren; sie liegt etwa 15–20 Minuten zu Fuß von Maloja entfernt. Die erste Etappe der Via Bregaglia führt durch Wälder und Wiesen von Maloja in Richtung Vicosoprano und vorbei an historischen und natürlichen Monumenten, darunter der Turm Belvedere und die Gletschermühlen in Maloja, die Ruinen der Kirche San Gaudenzio in Casaccia und das Pretorio in Vicosoprano.
Die Via Bregaglia ist ein mehrtägiger Kulturweg, der von Maloja nach Chiavenna führt. Sie ist etwa 34 km lang und kann in drei oder vier Etappen bewältigt werden. Im nahe gelegenen Silvaplana befindet sich die Gallaria Sonne, ein Zentrum, das lokales Handwerk mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Im nahe gelegenen St. Moritz-Celerina befindet sich der Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina auf 1.800 m ü. M.; er gilt als älteste und einzige Natureisbobbahn der Welt.
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