Moesa – italienische Täler, Kultur und Natur entdecken
Unterkünfte in Moesa
Die Region Moesa liegt im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden und umfasst die Täler Mesolcina und Calanca. Für Sie lassen sich hier Sprache, Höhenlagen, historische Wege und Naturgebiete in einer klar gegliederten Landschaft einordnen.
Zur weiteren Ortsorientierung finden Sie San Bernardino, Cama, Roveredo, Santa Maria In Calanca, Soazza, Lostallo, Misox, San Vittore Gr, Castaneda Gr, Verdabbio, Rossa Gr, Selma und Braggio.
Landschaft und Sprache
Die Täler Mesolcina und Calanca werden vom Fluss Moesa durchzogen und zeichnen sich durch natürliche Schönheit und einen ländlichen Charakter aus. Im Misox wird Italienisch gesprochen; sprachlich unterscheidet sich das Gebiet von den deutsch- und rätoromanischsprachigen Teilen Graubündens.
Im Val Calanca, einem Teil der Region Moesa, reicht die Höhenlage vom Talboden der Gemeinde Buseno auf 502 m bis zum Puntone dei Fraciòn auf 3'202 m. Diese grossen Höhenunterschiede sorgen für eine ausgeprägte Natur- und Tiervielfalt. Das Val Calanca ist vor Urbanisierung und Transitverkehr bewahrt, nur nach Süden geöffnet und im Norden durch über 3'000 m hohe Berge geschützt.
Das Naturwaldreservat Bedoleta erstreckt sich über etwa 727 Hektar von 1'200 m bis zur oberen Waldgrenze auf ungefähr 2'100 bis 2'300 m. Es ist in ein Inventar des regional bedeutenden Landschaftsschutzes aufgenommen. Die Auenlandschaft Pian di Alne am Fluss Calancasca ist von nationaler Bedeutung und als Gebiet von nationaler Bedeutung für die Fortpflanzung von Amphibien inventarisiert.
Kultur und historische Spuren
Das Museo Moesano verfügt über eine Dauerausstellung zu den Magistri moesani, Architekten, Baumeistern und Künstlern, die vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vor allem im Ausland tätig waren. Im historischen Palazzo Viscardi in San Vittore zeigt das Museum ethnografische Ausstellungsstücke, darunter die Rekonstruktionen einer traditionellen Küche und eines traditionellen Schlafzimmers.
Zum Museum gehört ausserdem ein pädagogisches und experimentelles Archäologielabor. Dort können Schulklassen und Erwachsenengruppen den Umgang mit früheren Werkzeugen und Materialien ausprobieren. Die Via San Bernardino führt an archäologischen Zeugnissen, Türmen und Burgen vorbei, darunter an der Festung von Mesocco, ebenso an romanischen und barocken Kirchen sowie an terrassenförmig oder entlang der Route angeordneten Dörfern.
Das Castello di Mesocco geht auf das frühe Mittelalter zurück und gilt als eine der bedeutendsten Burgruinen Graubündens sowie als die grösste der Schweiz. Es kann das ganze Jahr über täglich kostenlos besichtigt werden. Ein weiterer historischer Ort ist Santa Maria in Calanca: Ein mittelalterlicher Turm, eine bereits 1219 erwähnte Pfarrkirche und ein Hospiz der Kapuzinerpatres prägen den Ort; steinerne Gebäude sind durch ein dichtes Netz gepflasterter Fusswege verbunden.
Die Grotti di Cama sind natürliche Keller, die seit der Antike zur Aufbewahrung von Lebensmitteln genutzt wurden, und bilden einen bedeutenden Komplex volkstümlicher Architektur. Für den Komplex sind geführte Besichtigungen mit der Fondazione Cultura e Territorio di Cama möglich. Drei Grotti di Cama sind für die Öffentlichkeit als Restaurants geöffnet. Auch in traditionellen Restaurants der Umgebung wird lokale Küche angeboten.
Der Zoo di Mesocco umfasst Wandbilder des Schweizer Duos NEVERCREW, die im Rahmen eines künstlerischen Projekts entstanden sind. Der Zoo ist ein Zoo ohne Käfige, der Besucher der Natur nahebringen und zur Reflexion über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur anregen soll.
Wege und Höhen
Die ViaCalanca ist Teil des Projekts «Kulturwege Schweiz», das historische Wege aufwertet und zur Erhaltung der Kulturlandschaft beiträgt. Als historischer Wanderweg führt sie von Grono nach Rossa und folgt offiziellen Wegen der Schwierigkeit T1; Abzweigungen sind mit T2 eingestuft.
Der Sentiero Alpino Calanca ist ein 45 km langer, 36-stündiger Höhenweg von San Bernardino Ospizio nach Santa Maria in Calanca mit der Schwierigkeitsstufe T3. Ein grosser Teil des Weges verläuft oberhalb von 2'000 m durch Hänge mit Rhododendren und lichte Lärchenwälder; unterwegs gibt es Bergseen, Tiefblicke und möglicherweise Wildtierbeobachtungen. Die unterschiedlichen Weglängen, Gehzeiten und Schwierigkeitsstufen geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte für die persönliche Planung.
Die Mulattiera von Arvigo nach Braggio bewahrt einen grossen Teil ihrer historischen Originalsubstanz; entlang eines grossen Teils des Weges ist ein Entwässerungskanal sichtbar. Dasselbe gilt für die Mulattiera von Selma nach Landarenca. Sie ist ein jährlich verfügbarer, national bedeutender historischer Weg mit einer Länge von 2,20 km und einer Gehzeit von etwa einer Stunde.
Der Panoramaweg im Val Calanca beginnt in Braggio und führt durch Lärchen- und Fichtenwald sowie durch die Schlucht von Auriglia in Richtung Selma. Der Wanderweg von Mesocco über die Burgruinen nach Soazza verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse und erreicht die Burgruine über einen Naturweg mit Blick über das Misox.
Am Passo del San Bernardino gehören im Sommer Wandern, Radfahren und Mountainbiken zu den möglichen Aktivitäten. San Bernardino im Mesolcinatal ist mit Skipisten im Winter und Outdoor-Aktivitäten im Sommer verbunden. Das Langlaufgebiet von San Bernardino umfasst mehr als 28 km Loipen für die klassische Technik und das Skating.
Natur und Wasser
Der Lagh Doss ist von San Bernardino aus über mehrere markierte Wege in weniger als einer Stunde erreichbar. Im Sommer kann im Lagh Doss gebadet werden; ausserdem sind dort verschiedene Wassersportarten wie Kajakfahren möglich. Das Gebiet neben dem Lagh Doss ist im Inventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung aufgeführt.
Der Rundweg bei San Bernardino führt auf einer Forststrasse um den Lago d’Isola und zu einem sumpfigen Gebiet am Lagh de Pian Doss, das sich für ein Picknick am See eignet. Die Täler Mesolcina und Calanca bieten Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und für malerische Spaziergänge.
Verbindungen und Veranstaltungen
Die San-Bernardino-Route verbindet die Region Moesa eng mit Mailand und München. Die Region Moesa ist über eine Autobahn mit wichtigen Schweizer Städten verbunden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; Bus- und Bahnverbindungen führen zu umliegenden Städten.
Der historische Zugang am linken Ufer wurde zwischen 2021 und 2023 saniert und zu Ehren seiner 26 historischen Kehren in Route 26 umbenannt. Entlang dieser Route findet jedes Jahr die öffentliche Grono-S.-Maria-Fahrt als offene Kategorie für alle statt; gestartet wird im Nuovo Quartiere Birreria in Grono.
Die Festa degli alpigiani findet am 12. September 2026 ab 10 Uhr in Cauco als traditioneller Markt für Alpkäse statt. Für die Anreise zur Höhenlage bedient die PostAuto-Linie 541 die Haltestelle S. Bernardino, Ospizio; im Sommer fährt sie alle zwei Stunden in Richtung Nufenen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Graubünden.