Soazza entdecken: Kultur und historische Wege

File:Soazza (CH-GR) S1.jpg File:Soazza (CH-GR) S1.jpg Foto: Sciking via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Soazza ist eine Ortschaft und politische Gemeinde im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden und gehört zur Region Moesa. Das von der Kantonsstraße zurückgesetzte Terrassendorf steht für besondere Ruhe.

San Vittore Gr, Misox, Santa Maria In Calanca, San Bernardino, Selma, Braggio, Castaneda Gr und Rossa Gr

Ortsbild

Die Gassen von Soazza verbinden stellenweise städtische Eleganz mit einem rustikalen, ländlichen Bergcharakter. Die Pfarrkirche San Martino steht auf einem Felsvorsprung und überblickt die Umgebung. Am Fuß der imposanten Treppe zu dieser Kirche steht die Kapelle Madonna Addolorata.

Kultur

Die Kirche San Martino wurde 1639 vollständig mit einem quadratischen Langhaus und einem einzigen Chor neu erbaut und anschließend im Barockstil umgestaltet. Ihr Kirchenschiff besitzt eine bemalte Balkendecke aus dem 17. Jahrhundert. Die Pfarrkirche beherbergt mehrere wertvolle Kunstwerke.

Die Orgel in San Martino wurde 1894 von der Firma Giuseppe Vedani aus Varese eingebaut. Die Vedani-Orgel wurde durch den Organisten Hannes Mayer bekannt. Der Palazzo a Marca aus dem 17. Jahrhundert wurde 1975 restauriert und bewahrt bemalte Holzdecken sowie kunstvoll geschnitzte Türgesimse. Als Kunstzentrum bietet er ganzjährig Kurse in Malerei, Bildhauerei und Fotografie an.

Die Umfassungsmauern des Ospizio dei Cappuccini in Soazza sind mit farbigen Fresken von Francesco Antonio Giorgioli geschmückt. Das Oratorio della Madonna Addolorata ist ein barockes Gebäude aus dem Jahr 1751 mit einem originellen Dreiecksturm. Sein Inneres ist mit pflanzlichen Stuckmotiven und Medaillons aus dem Jahr 1751 geschmückt, die das Leben von Maria und Josef darstellen.

Soazza ist im Schweizer Inventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet; zu den dokumentierten lokalen Kulturgütern gehören die katholische Pfarrkirche San Martino, der Palazzo a Marca und das Hospiz.

Das renovierte alte Bahnhofsgebäude in Soazza beherbergt die Gemeindebibliothek von Soazza. Die Dauerausstellungen im Centro culturale di Circolo können während der Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden. Eine Ausstellung behandelt die Gewinnung und Verarbeitung von Speckstein im 18. Jahrhundert als Zeugnis eines Handwerks mit alten Ursprüngen. Eine weitere zeigt das Scheren, Waschen, Kämmen, Spinnen und Färben von Schafwolle sowie das Stricken.

Das Mikromuseum La Vita de una Volta ist in einem umgestalteten alten Stall in Soazza untergebracht und zeigt eine umfangreiche Sammlung von Antiquitäten, darunter Kleidung und Musikinstrumente. La Vita de una Volta... il Sogno di Michi zeigt im ersten Stock eine häusliche Umgebung und im Untergeschoss Gegenstände aus dem bäuerlichen Alltag.

Wege

Der Wanderweg entlang der ehemaligen Bahnlinie zwischen Mesocco und Boffalora verläuft über Brücken und durch Tunnel der stillgelegten Eisenbahnstrecke. Der Weg von Mesocco nach Soazza folgt einer ehemaligen Bahnlinie, führt zum Burgenkomplex Castello di Mesocco und anschließend weiter nach Soazza. Ein Naturpfad der Route Mesocco–Soazza führt zu den Ruinen des Castello di Mesocco und bietet einen Blick über das Misox.

Die Via San Bernardino umfasst 14,5 Kilometer, 1.042 Höhenmeter und sechs Stunden Gehzeit. Sie erreicht Soazza über Abschnitte der ehemaligen Bahnlinie mit Viadukten und Tunneln sowie über einen wiederhergestellten Saumpfad aus dem 18. Jahrhundert. Bei dieser Strecke lassen sich Länge, Höhenmeter und Gehzeit für die persönliche Planung getrennt berücksichtigen.

Die Route über den Passo della Forcola war seit dem Mittelalter und wahrscheinlich schon früher bekannt und wurde für militärische Zwecke genutzt. In dieser Zeit wurde sie als Via del Sale bezeichnet und längere Zeit als natürliche Fortsetzung der Strada Priula genutzt. Sie verbindet das Misoxtal bei Soazza mit dem Valchiavenna und führt weiter über Gordona, Mese und Chiavenna.

Der Sentiero Cultura e Natura tra castello e castagni erstreckt sich an seiner Westseite bis in das Gebiet Mont Grand in Soazza. Von Soazza führt ein Lehrpfad durch die naturkundlichen, landschaftlichen und kulturellen Aspekte der Umgebung, insbesondere der Kastanienkultur.

Die Zufahrt zur Alp de Bec über die Forststraße mit dem Auto erfordert eine Transitbewilligung der Gemeinde Soazza.

Natur

Die Route zum Lago Calvaresc führt von Soazza über Alp de Bec und den Pass de Buffalora zu einem als herzförmig bezeichneten Bergsee. Sie führt durch blühende Rhododendrenlandschaften und bietet die Möglichkeit, Wildtiere zu beobachten.

Die erste Sichtung von Nineta guadarramensis in der Schweiz erfolgte in den Kastanienhainen von Mont Grand in Soazza.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Moesa.

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