Praden im Schanfigg: Walser Bergdorf, Wege und Geschichte
Praden ist eine Ortschaft in der Bündner Gemeinde Chur auf der linken Talseite des Schanfiggs, etwa fünf Kilometer Luftlinie südöstlich von Chur. Als typisches Walser Bergdorf liegt die Siedlung am Hang etwa 400 Meter über dem Flusslauf der Plessur. Von Praden aus bietet sich ein weiter Blick auf Chur und ins Schanfigg.
Landschaft
Historisch erstreckte sich das ehemalige Gemeindegebiet von Praden südlich der tief eingeschnittenen Plessur am Nordhang des Gürgaletsch. Das Joch diente dabei als Saumweg ins Churwaldnertal. Heute führen Wege durch unterschiedliche Landschaftsräume: Der Trail zwischen Tschiertschen und Praden verläuft über offene Wiesenflächen und durch Wälder. Wandernde und Bikende teilen sich diesen Weg und nehmen Rücksicht aufeinander.
In einer Schlucht etwa 200 Höhenmeter unterhalb von Praden in Richtung Plessur liegt die Mineralquelle Praden. Der Weg dorthin führt in Serpentinen durch den Wald hinab und gilt nach einer Instandsetzung, abgesehen von einzelnen quer liegenden Baumstämmen, als noch gut begehbar. Nach einem Abstieg von etwa 150 Höhenmetern endet er an der Quelle, die wie auf einem Balkon einen Blick in die Tiefe bis zur Plessur bietet.
Kultur und Geschichte
Die sogenannten Niggli-Häuser entstanden um die Mitte des 19. Jahrhunderts und tragen dekorative, weithin sichtbare Haussprüche. In Ausserpraden befindet sich die interaktive Klanginstallation „Fernsein“, die an die Auswandernden erinnert und an der Besucherinnen und Besucher die Geräusche der Meeresbrandung selbst nachahmen können.
Der Chriesisunntig ist ein Pradner Dorffest, das etwa alle zwei Jahre zur Zeit der Kirschreife stattfindet; in Praden fällt die Kirschreife erst auf Ende Juli. Die Kirche Praden bildet zusammen mit dem Alten Schulhaus und der Alten Post den Dorfkern, während die reformierte Kirche und das alte Schulhaus nebeneinander stehen.
Die Kirche wurde 1642 als einfaches, nach Osten ausgerichtetes Gebäude errichtet. Sie beherbergt eine Hausorgel aus dem 17. Jahrhundert, die vermutlich zu den ältesten noch in Gebrauch befindlichen Kirchenorgeln im Kanton Graubünden gehört und möglicherweise die älteste ist. Die Siedlung wurde 1488 in deutscher Sprache als „Pradener“ erwähnt und ist im Rätoromanischen früher und bis heute als „Prada“ bekannt. Um etwa 1300 liessen sich deutschsprachige Walser aus Langwies dauerhaft auf einer zuvor von Rätoromanen gerodeten Waldlichtung nieder.
Wandern und Biken
Rund um Praden können Besucherinnen und Besucher die Natur beim Wandern und Biken erleben. Tschiertschen und Praden verfügen über ein markiertes Wanderwegnetz von rund 70 Kilometern Länge. Die erste Etappe des Schanfigger Höhenwegs führt vom Oberen Grida über Usser Praden und Inner Praden bis nach Tschiertschen.
Die Route „Praden – Joch – Parpan (13)“ folgt über Dürreggen dem alten Prader Alpweg bis zum Untersäss, der unteren Prader Alpstufe. In der oberen Alpstufe von Praden erreicht sie den Aussichtspunkt Joch, von dem aus sich ein prächtiger Blick auf Chur und ins Schanfigg bietet. Unterschiedliche Weglängen, Landschaften und Höhenstufen helfen Ihnen, die Tagesplanung nach gewünschtem Gehverlauf und Interesse zu gewichten.
Oberhalb von Praden liegt die Grillstelle Dürreggen in einem Lärchenwald auf einer Anhöhe; von Praden und Tschiertschen ist sie über Wanderwege gut erreichbar. Der Dörferweg Schanfigg führt auf diesem Abschnitt von Passugg über Praden nach Lüen. Wandernden wird dabei traditionelle und authentische Dorfkultur vermittelt; der Weg verläuft durch Wiesen und Wälder, über Tobel und an Maiensässen vorbei sowie durch Dörfer mit charakteristischen Holzstrickbauten.
Ergänzende Ortsseiten: Tschiertschen, Molinis, Peist, Litzirüti, Parpan, Chur, Langwies, Malix.
Zwischen Chur und Praden verkehrt das Postauto; dadurch lässt sich ein Teil der vierten Etappe des Dörferwegs Schanfigg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die Anfahrt nach Praden führt über die A13 nach Chur und von dort über die Kantonsstrasse nach Praden.
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