Fideris – Dorfkultur und Wege in den Heubergen
Fideris ist ein Dorf im mittleren Prättigau und gehört zur Region Prättigau/Davos im Schweizer Kanton Graubünden. Die Hauptsiedlung ist ein kreuzförmig angelegtes Strassendorf auf einer Terrasse oberhalb der Mündung des Arieschbachs in die Landquart. Das Gemeindegebiet reicht von der Landquart im Norden bis zur Wasserscheide gegen das Schanfigg. Den halbkreisförmigen Talschluss prägen die ausgedehnten Alpen der Fideriser Heuberge; dahinter liegen das Mattjisch Horn mit 2461 Metern und der Chistenstein mit 2473 Metern, der höchste Punkt der Gemeinde.
Landschaft und Ortsbild
Für Fideris sind walserdeutsche und rätoromanische Namensformen überliefert; der Ort trägt die walserdeutsche und rätoromanische Namensform Fadrein. Fideris hat eine eigene Bürgergemeinde, reformierte Kirchgemeinde und politische Gemeinde. Die Verbindung aus klar gegliedertem Dorfkern, Terrasse über dem Tal und alpinem Talschluss macht die geografischen Unterschiede innerhalb des Gemeindegebiets anschaulich, ohne dass die einzelnen Landschaftsräume gleich wirken.
In der Nähe des Glattwangs lassen sich am frühen Morgen Rothirsche beobachten. An den felsigen Flanken des Glattwangs können Sie mit etwas Glück und günstigem Wind Gämsen mit ihren Jungen aus der Nähe beobachten.
Weitere Orte im gleichen regionalen Zusammenhang sind Pany, Saas, Klosters Serneus, Pragg-Jenaz, Schiers, Davos Wolfgang, Arosa und Conters Im Prättigau.
Kultur und Geschichte
Die Reformierte Kirche Fideris wurde 1461 auf der Bausubstanz einer früheren Galluskapelle als spätgotischer Bau neu errichtet. Im Chor ist eine Wandmalerei von 1461 erhalten, die 1938 freigelegt wurde. Im ehemaligen Haus Valär ist eine Täferstube von 1644 mit Intarsien und einem reich ausgestatteten Buffet von 1696 erhalten.
Auch die Burg Strahlegg Fideris verbindet historische Bausubstanz mit gegenwärtiger Nutzung: Ihr Turm dient als Ausstellungsraum für die geschnitzten Kunstwerke des Besitzers. Auf der Burg Strahlegg werden Burg- und Atelierführungen für interessierte Personen und Gruppen angeboten. Die über 700 Jahre alte Burg wurde in den letzten Jahren durch den Bündner Burgenverein instand gestellt und ist auf Anmeldung zugänglich.
Das Wappen von Fideris geht auf ein Gemeindesiegel aus dem 18. Jahrhundert zurück und verwendet die Farben des Zehngerichtenbundes. Im Winter führt der Winterwanderweg Fideris Dorf durch den historischen Dorfkern mit seinen Patrizierhäusern.
Wege in den Heubergen
Der Bluamäwäg in den Fideriser Heubergen ist ein leichter 4,6 Kilometer langer Spazierweg mit jeweils 221 Höhenmetern Auf- und Abstieg. Am Weg stehen mehr als 80 Pflanzentafeln in der Nähe von sieben Holzfiguren; sie zeigen die Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum. Der Bluamäwäg ist durchgehend ausgeschildert und kann in beiden Richtungen begangen werden. Die unterschiedlichen Weglängen und Höhenprofile geben Ihnen klare Vergleichspunkte für die Tagesplanung.
Die Arflinafurgga auf der Route verbindet die Täler Prättigau und Schanfigg. Die Winterwanderung Heuberge–Arflinafurgga–Hochwang führt vom 2000 Meter hoch gelegenen Berghaus Arflina über mehrere Hochebenen zur Arflinafurgga auf 2246 Metern und nach einem kurzen Abstieg weiter zum Faninpass. Im Umfeld von Fideris führen mehrere Saum- und Fusspfade nach Peist beziehungsweise Langwies, darunter der Faninpass, die Arflinafurggau und das Strassberger Fürggli.
Weitere Aktivitäten
In den Fideriser Heubergen gibt es eine 12 Kilometer lange Abfahrt mit Bikeboards. Die Solarsauna liegt auf 2000 Metern Höhe und wird vollständig mit direkter Solarenergie betrieben. Die Schlittelroute in den Heubergen beginnt bei den Berghäusern Arflina und Heuberge und führt über eine kurvenreiche Strecke 1100 Höhenmeter ins Tal hinunter.
Im Winter ist die Anfahrt zu den Heubergen nur mit den Bussen der Heuberge AG möglich, da die Bergstrasse für den übrigen Verkehr gesperrt ist. Die konkrete Verkehrslage gehört damit unmittelbar zur Planung eines Wintertags in den Bergen.
Das Freibad Fideris hat zwei Planschbecken mit Wasserpilzen für kleine Kinder und verfügt über eine 17 Meter lange Wasserrutsche. Zum Freibad gehören außerdem ein Gartenrestaurant mit Pergola und ein Kiosk.
Dorf und regionale Spezialitäten
Der Ritterhof im Dorfzentrum von Fideris bietet regionale Köstlichkeiten in einem ritterlichen Ambiente. Die Fideriser Torte gehört zu den Spezialitäten der Bäckerei Gujan und ist in der Liste «Kulinarisches Erbe der Schweiz» aufgeführt.
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