Ernetschwil entdecken: Kirche, Geschichte und Hügelland

File:2012-06-24-See-Gaster (Foto Dietrich Michael Weidmann) 289.JPG File:2012-06-24-See-Gaster (Foto Dietrich Michael Weidmann) 289.JPG Foto: Dietrich Michael Weidmann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Geografische Einordnung

Ernetschwil liegt am Südhang des Rickenpasses im Wahlkreis See-Gaster des Kantons St. Gallen und war als politische Gemeinde früher eigenständig; heute gehört der Ort zur Gemeinde Gommiswald. Seit der Fusion von Ernetschwil mit Rieden zur Gemeinde Gommiswald am 1. Januar 2013 gehört der Ort zur Einheitsgemeinde Gommiswald.

Weitere Orte im selben regionalen Zusammenhang sind Amden, Goldingen, Rapperswil-Jona, Eschenbach, Schänis, Weesen, Benken und Uznach.

Geschichte und Baukultur

Eine Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 885 erwähnt Ernetschwil erstmals schriftlich und führt es als erstes Dorf der heutigen Einheitsgemeinde Gommiswald. Am Ende des 18. Jahrhunderts gehörten zwölf Häuser, ein Dorfbrunnen und die Annakapelle zum Ort.

Im Ortsbild setzen die Kirche St. Karl Borromäus und ihr Turm einen Akzent in der bäuerlich geprägten Silhouette von Ernetschwil. Das Gotteshaus ist klassizistisch geprägt, besitzt einen hohen Chorscheitelturm und stammt aus dem Jahr 1846. Im Kirchbezirk stehen Kirche und Pfarrhaus nebeneinander auf einer Ost-West-Achse. Das zweigeschossige Pfarrhaus trägt ein Walmdach und Quergiebel an beiden Längsseiten. Neben der Kirche und dem Pfarrhaus zählt das Käsereigebäude zu den Gebäuden mit besonderen architekturhistorischen Qualitäten.

Historisch boten mehrere Gaststätten in Ernetschwil Pilgern auf dem Weg über den Ricken nach Einsiedeln Unterkunft und Verpflegung. Mit der Pfarrkirche St. Karl Borromäus wurde zudem der Umstand in Verbindung gebracht, dass Kardinal Karl Borromäus 1570 auf seiner Pilgerreise durch Ernetschwil ritt.

Landschaft

Ernetschwil liegt zwischen Hügeln und Wäldern in einer Landschaft, die stark landwirtschaftlich geprägt, hügelig und bewaldet ist; an einigen Stellen gibt es Ausblicke auf die Glarner Alpen, grosse Teile der Linth-Ebene und den oberen Zürichsee. Im Jahr 2006 wurden im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ernetschwil 67,3 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt; 20,2 Prozent waren bewaldet.

Im näheren Umfeld südlich von Ernetschwil haben sich der Ernetschwilerbach und ein Seitenbach tief in eiszeitlich gebildete Terrassen aus Moränen, Schottern sowie Sumpf- und Stillwasserablagerungen über Molasseuntergrund eingegraben. Im Böllenbergtobel gibt es an steilen Bachabschnitten kleine Wasserfälle und Becken mit herausgewaschenen Strudellöchern.

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Wandern und religiöse Wege

Länge, Dauer und Schwierigkeitsgrad machen das Wanderformat direkt mit anderen Routen vergleichbar. Wer Ortsgeschichte, sakrale Baukunst, Naturformen und eine kurze Wanderung nebeneinander betrachtet, kann die Schwerpunkte des Aufenthalts nach Interesse ordnen.

Eine leichte Wanderung führt vom Kloster Berg Sion hinunter nach Ernetschwil; sie dauert 45 Minuten und ist 2,7 Kilometer lang. Die Wanderung zum Kloster Berg Sion führt an der Kapelle Felix und Regula vorbei, in der sich Statuen der beiden Heiligen befinden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: See-Gaster.

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